Wegen hebräischen Akzents abgewiesen: Israeli verklagt Berliner Restaurant; Kellner erklärte das Lokal zum „palästinensischen Ort“ 

Medforth AI

Ein Israeli wollte mit seiner Partnerin in Berlin Hummus essen. Nach seiner Darstellung erkannte ein Kellner seinen hebräischen Akzent, erklärte das Lokal zum „palästinensischen Ort“ und zeigte ihm schließlich die Tür. Nun landet der Fall vor Gericht.

Ein Restaurantbesuch an einem Sonntagmorgen in Berlin Prenzlauer Berg sollte für Elias und seine Partnerin nichts Besonderes sein. Der 35 Jahre alte Israeli lebt seit rund zwei Jahren in der deutschen Hauptstadt, arbeitet in der Datenanalyse und besucht nach eigenen Angaben regelmäßig israelische, syrische, libanesische und irakische Restaurants. Essen aus dem Nahen Osten erinnere ihn an seine Heimat. Probleme wegen seiner jüdischen oder israelischen Herkunft habe er dabei bis zu diesem Tag nicht erlebt.

Im Februar betraten die beiden spontan das Restaurant Al Hamra in der Raumerstraße. Elias schildert gegenüber Ynetnews, zunächst sei alles völlig normal gewesen. Erst eine einfache Frage zu zwei Hummus Gerichten habe die Situation verändert.

Der Kellner habe seine Aussprache korrigiert und ihm erklärt, wie das Wort auf Deutsch beziehungsweise in dem Lokal auszusprechen sei. Als Elias die Frage wiederholte, soll der Mitarbeiter erklärt haben, „Hummus“ in seiner Aussprache sei ein israelisches Wort. Dies sei ein palästinensischer Ort, hier spreche man es anders aus.

Zu diesem Zeitpunkt, betont Elias, habe er noch gar nicht gesagt, dass er Israeli sei.

Als er erklärte, dies sei einfach sein natürlicher Akzent, habe der Kellner mit einer angewiderten Mimik und einer abweisenden Handbewegung reagiert. Elias Partnerin habe daraufhin gesagt, wenn Menschen wegen eines israelischen Akzents nicht bedient würden, wollten sie dort ohnehin nicht bleiben.

Elias fragte den Kellner schließlich ausdrücklich, ob er ihn nicht bedienen wolle, weil er Israeli sei.

Nach seiner Darstellung zeigte der Mann daraufhin zur Tür und machte deutlich, dass er tatsächlich gehen solle.

Damit geht es nicht mehr um eine Auseinandersetzung darüber, wem Hummus kulturell gehört, wie ein arabisches Wort ausgesprochen wird oder welche politische Haltung jemand zum Krieg im Gazastreifen vertritt.

Wenn die Schilderung von Elias zutrifft, wurde einem Gast die Bedienung verweigert, nachdem seine israelische Herkunft erkannt worden war.

Das Restaurant hat nach Angaben von Elias weder auf ein Schreiben der Beratungsstelle OFEK noch auf ein späteres anwaltliches Schreiben reagiert. Eine gerichtliche Entscheidung über seine Vorwürfe liegt bislang nicht vor. Genau deshalb müssen die konkreten Vorwürfe zunächst als seine Darstellung behandelt werden.

haolam