Linke Kolumnistin: „Wenn Islamisten töten, ist das rechtsextrem“

Symbolbild

Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) am vergangenen Wochenende in Berlin sorgt eine Äußerung der ehemaligen Kolumnistin der Wiener Zeitung, Shurjoka, für heftige Kritik. Während die Ermittlungsbehörden den Angriff als islamistischen Terroranschlag einstufen, schrieb die Streamerin auf der Plattform Bluesky: „Wenn Islamisten Menschen töten, dann ist das ein Rechtsextremer Anschlag.“

Shurjoka begründete ihre Einschätzung mit einer ideologischen Einordnung islamistischer Täter. „Radikalisierte, gewaltbereite, konservative Religionsfanatiker mit misogyner, queerfeindlicher und ableistischer Weltanschauung sind und waren schon immer dem Rechtsextremen Spektrum zu zuordnen“, erklärt sie. Daraus leitete sie den Schluss ab: „Wenn Islamisten Menschen töten, dann ist das ein Rechtsextremer Anschlag.“

In weiteren Beiträgen führte Shurjoka ihre Argumentation fort. Ihrer Ansicht nach seien „deutsche Nazis“ und Islamisten „Gewalt auf zwei Seiten derselben Medaille“. Religiöser Fanatismus mit dem Ziel, andere Menschen zu vernichten, sei grundsätzlich politisch rechtsextrem – unabhängig davon, ob er fundamentalistisch, islamistisch oder katholisch geprägt sei. Zudem betonte sie, jede Religion könne missbraucht werden, um Menschen zu töten, und erklärte: „Antimuslimischer Rassismus ist im Übrigen auch Rechts.“ Zugleich warf sie rechten Ideologien vor, Gewalt und Tod zu verursachen und dadurch weitere Radikalisierung zu fördern.

Kritik an Shurjokas Aussage kam unter anderem vom AfD-Politiker Reimond Hoffmann. Er schrieb auf X: „Liebe Shurjoka: ‚Radikalisierte, gewaltbereite Fanatiker’ sind die Linken wie du, die Leute wie Abdul unbedingt ins Land holen wollten. Weil ihr vorsätzlich und wissend islamische Anschläge gegen das eigene Volk ermöglicht, muss er als linker Anschlag gewertet werden.“

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt zufolge deutet nach dem derzeitigen Ermittlungsstand „alles, was wir sehen“, auf einen islamistischen Terroranschlag hin. Der 21-jährige tatverdächtige Abdul B. soll sich islamistisch radikalisiert haben und den Behörden bereits bekannt gewesen sein. Laut Medienberichten soll er Sympathien für die Terrormiliz „Islamischer Staat“ gezeigt haben. Nach einer früheren Verurteilung war er unter Auflagen aus der Haft entlassen worden und sollte an einem Deradikalisierungsprogramm teilnehmen.

Bei dem Angriff fuhr der Täter am Samstagabend mit einem Transporter in eine Menschenmenge am Rande des Berliner CSD. Anschließend griff er mutmaßlich mit einer Machete weitere Menschen an. Dabei kam eine Frau ums Leben, 29 weitere Menschen wurden verletzt.

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