
„Der Islam“, so der Autor und Politikberater Irfan Peci, „ist in seiner Grundlage schon darauf ausgelegt, kein System, keine Ideologie oder irgendein Wertesystem neben sich zu dulden und sich notfalls auch mit Gewalt zu verbreiten.“ Peci, der einmal Deutschland-Chef der „Globalen Islamischen Medienfront“ (GIMF) war, weiß, wovon er schreibt.
Die versuchte, übergriffig-aggressiv vertretene Positionierung des Islam wird vielfach von seinen jüngeren Vertretern gelebt; Beispiele dafür gibt es zuhauf. Europäische, besonders deutsche, österreichische, französische und britische Schulen sind beliebte Tummelplätze für Jung-Muslime, die ihre Grenzen nicht kennen. Wer sich etwa in bestimmten Schulen mit geringem Anteil Einheimischer und einem großen bis überwiegenden Teil migrantischer Muslime nicht an Fastenverbote hält, wird im besten Fall gewaltfrei gemobbt.
Es sind allerdings nicht unbedingt nur Schüler, die den Alleinvertretungsanspruch des Islam tätlich zur Schau stellen. Religiöser Konformitätsdruck mit islamischem Bezug ist für die Schullandschaft durchaus dokumentiert – er ist laut bestimmter Behörden, betroffener Schulleitungen und der Polizei ein „reales Problem“. Darüber hinaus gibt es Missionierungs- beziehungsweise sogenannte „daʿwa-Strukturen“. Islamisten sehen nämlich Bildung- und Jugendarbeit als zentrales Betätigungsfeld. Daʿwa ist so etwas wie islamisch-religiöse PR-Arbeit. Diese geht häufig genug in eine legalistisch-islamistische, salafistische oder jihadistische Richtung. Doch noch ist von einer systematischen, aggressiven Schulhof-Rekrutierung zum Islam nicht laute Rede, für Österreich liegen auch keine belastbaren bundesweiten Daten vor.
Dennoch: Während Frankreich seit Jahren ein Problem mit atteintes à la laïcité – also Verstößen gegen das Laizitätsprinzip (in Schulen) – hat, beginnt sich dies in Österreich und andren europäischen Staaten ähnlich zu zeigen. Es gibt beispielsweise nachweisbar Druck auf österreichische Mädchen wegen ihrer Kleidung, „Ehre“, Sexualität und sonstigem Verhalten. Es gibt Druck auf muslimische Schüler, „richtiger“ zu fasten, zu beten oder religiöser aufzutreten. Sogenannte säkulare, liberale oder nichtmuslimische Einstellungen von Schülern werden herabgewürdigt, Konflikte um Unterrichtsinhalte, Geschlechterrollen und schulische Autorität sind in vielen Schulen – hier zeigt sich die deutsche Hauptstadt Berlin als trauriger Vorreiter – tägliche Brandherde.
Allein in Deutschland – eine Umfrage in Wien zeigte jüngst ein ähnliches Bild – neigen 45 Prozent der in Deutschland lebenden Muslime im Alter unter 40 Jahren zum Islamismus. Ein islamischer Gottesstaat ist für fast 24 Prozent dieser Leute die beste Staatsform. An den Schulen, „[…] wachsen kleine Hardcore-Muslime heran, Mini-Islamisten“ – so jedenfalls der Sprecher der Kinderstiftung Berliner „Arche“, Wolfgang Büscher. Die ungute Entwicklung geht von meist männlichen arabischen Einwandertätern aus Syrien, Gaza und dem Irak aus. Dazu kommt auch das Drängen, der ausgeübte Zwang zum Islam zu konvertieren.
Die Akzeptanz des Islam, die wenig skeptische Einstellung vor allem von einheimischen Jugendlichen ihm gegenüber, beruht ganz klar auf den Schwächen unserer Gesellschaft. Irfan Peci meint: „Das sind vor allem fehlende gefestigte Familienstrukturen, fehlendes Selbstbewusstsein und Stolz auf die eigene Kultur, keine gefestigte Identität mehr und ein pazifistisches und weichgespültes Christentum.“ Stabile Identität und lebendige Traditionen dagegen machen eine Islamisierung im Gastland unmöglich.