Die Brandmauer und der Linksruck der Union durch Daniel Günther und Hendrik Wüst vergraulen die Konservativen in der Partei. Die bürgerferne Politik von Friedrich Merz tut ihr Übriges. Es gibt bereits Vorschläge, ob die Union sich nicht spalten sollte.
Die Union ist zerrissen. Friedrich Merz ist unbeliebter als jeder Kanzler vor ihm. Daniel Günther und Hendrik Wüst wollen die Partei wie ihn ihren Bundesländern näher an die Grünen bringen. Doch ein großer Teil der CDU-Mitglieder wünscht sich einen konservativeren Weg wie früher. Aus diesem Grunde hatte sich auch die Werte-Union einst abgespalten.
Können “Links-Progressive” und “Konservative” noch in ein- und derselben Partei sein?
Im Magazin Cicero [hinter Bezahlschranke] schlägt Kolumnist Alexander Grau in seiner Kolumne “Grauzone” folgenden Gedanken vor [siehe Instagram-Post von Cicero hier]:
“Die ehrlichste und vielleicht unvermeidliche Lösung wäre eine Aufteilung der Union in eine ‘progressive’ Partei für das sich modern wähnende urbane Bürgertum und eine nach dem programmatischen Zuschnitt der Werte-Union für alle Konservativen, Liberal-Konservativen und National-Konservativen.”
Die Werte-Union hatte es vorgemacht
Eine erste Abspaltung hatte es bereits gegeben. Die Werte-Union, die einst von Hans-Georg Maaßen geführt wurde, hat vor allem Wähler und Mitglieder der CDU/CSU angezogen, die mit der bisherigen Parteipolitik nicht einverstanden waren.
Viele Mitglieder der Union sehnen sich nach den Zeiten von Helmut Kohl und Franz-Josef Strauß, als die CDU und CSU noch Gegenpole zur SPD und den Grünen waren. Doch die schwarz-rote Koalition unter Angela Merkel hatte diese Richtung unmöglich gemacht.
Heute sind die Union und die SPD aneinander gekettet, weil die Brandmauer keine alternative Koalition mit der AfD zulässt, obwohl inhaltlich viele Unions-Mittglieder mit vielen Punkten des AfD-Programmes konform gehen würden.
Daniel Günther und Hendrik Wüst kleben an den Grünen
Klar ist: Mit Daniel Günther und Hendrik Wüst, die in Schleswig-Holstein und in Nordrhein-Westfalen schwarz-grüne Koalitionen anführen, lässt sich eine solche Kurskorrektur nicht durchsetzen.
Das Problem für die Bürger in Schleswig-Holstein und in Nordrhein-Westfalen ist, dass sich die Politik einer schwarz-grünen Koalition kaum von der Politik einer schwarz-roten Koalition oder rot-grünen Koalition unterscheidet.
Früher gab es die Alternativen zwischen CDU+FDP oder SPD+Grün. Nun ist die FDP unter der Fünf-Prozent-Hürde verschwunden. Die Alternative müsste nun eigentlich AfD+CDU versus SPD+Grün lauten, damit die Wähler klare Richtungsentscheidungen treffen könnten. Die Brandmauer macht diese Möglichkeit zunichte.
Vielleicht ist eine Teilung der Union tatsächlich der einzige Weg aus diesem Dilemma.
