
Seit Tagen haben Fußgänger in Berlin Schwierigkeiten, sich in der deutschen Hauptstadt zu bewegen.
Außergewöhnlich winterliches Wetter hat viele Bürgersteige in der Hauptstadt in Eisbahnen verwandelt – und wenig Erleichterung ist möglich, da die Stadt die Verwendung von Straßensalz verboten hat.
Wie ein Berliner heute gegenüber Brussels Signal sagte: „Man kann das Haus nicht mehr verlassen, ohne zu riskieren, auf ein Zentimeter dickes Eis zu rutschen. Es ist überall auf den Gehwegen und Radwegen und die Stadt tut sehr wenig, um es mit ein bisschen Streusalz zu bekämpfen.
„Menschen mit Behinderungen sind auf externe Hilfe angewiesen, weil sie ihre Häuser nicht mehr verlassen können. Ich habe auch mehrere private Anrufe erhalten. Es ist pures Glück, dass mir bisher nichts passiert ist.”
Man muss das schon festhalten: Dieses Eis in Berlin ist nicht neu dazugekommen, sondern tritt sich seit Tagen fest und sieht schlussendlich so aus. pic.twitter.com/78x5XjNQUG
— Gerrit Seebald (@garstigergerrit) January 29, 2026
Nicht jeder hatte so viel Glück. Medienberichten zufolge mussten allein in Berlins größtem Traumakrankenhaus täglich 30 bis 40 Menschen wegen „Unfällen durch rutschige Zustände“ behandelt werden – vor allem wegen gebrochener Handgelenke und Handknochen sowie Gehirnerschütterungen.
Ein Sprecher des Krankenhauses empfahl den Berlinern, den „Pinguinwalk“ zu nutzen, der in sehr kleinen Schritten wie den antarktischen Tieren herumschlurft, um Unfälle zu vermeiden.
Spikes für Wanderschuhe waren in der Hauptstadt ausverkauft, so Nils Busch-Petersen am 31. Januar, Geschäftsführer des Berliner Handelsverbandes. Einige Berliner ziehen jetzt Socken über ihre Schuhe, um ihren Griff auf Eis zu verbessern.
Das rutschige Unwohlsein wird durch ein langjähriges Verbot der Verwendung von Streusalz verstärkt.
Das Berliner Naturschutzgesetz von 2013 verbietet ausdrücklich den Einsatz von Straßensalz oder anderen Auftauernteilen in der ganzen Stadt. Das Verbot umfasst Gehwege und Einfahrten sowie öffentliche Straßen.
Von dem Verbot des Berliner Straßenreinigungsgesetzes ist bei „extremer Rutschigkeit“ abweichend, gilt aber nur für Fahrbahnen und Radwege. Die Pflaster sind nicht von der Ausnahmeregelung erfasst.
„Straßensalz ist eine echte Gefahr für Bäume“, erklärt die Stadt Berlin auf ihrer Website. „Jeder, der Wege von Eis und Schnee räumen will, indem er Streusalz benutzt, akzeptiert, dass dies die Bäume unwiderruflich beschädigen wird.
“Das Salz sammelt sich im Boden und dann in den Wurzeln der Bäume, die nicht mehr ausreichend genährt werden und sterben.”
Verstöße gegen das Verbot drohen Geldstrafen von bis zu 10.000 €.
Am 30. Januar kündigte der Berliner Stadtsenat trotz des gesetzlichen Verbots eine Notstandsregelung an, die die Nutzung von Straßensalz auf Gehwegen erlaubt. Der beabsichtigte befreiende Schritt wurde jedoch sofort als Berliner Grünen-Partei attackiert. Die einflussreiche Umwelt-NGO Nabu kündigte an, zu prüfen, ob die Notfallverordnung überhaupt legal sei.
Das außergewöhnlich kalte Wetter, das die deutsche Hauptstadt im Griff hat, wird voraussichtlich mindestens noch eine Woche dauern.
Berliner, die den Gefahren des Zu Fußes mit dem Bus oder der U-Bahn entkommen wollen, haben auch eine harte Zeit: Gestern hat ein der Gewerkschaft Ver.di das öffentliche Verkehrssystem der Stadt fast komplett geschlossen.