„Aufstand der Vernunft“ – Polens Präsident stellt sich gegen EU-Zwangsmigration

Was in Deutschland als „europäische Solidarität“ verklärt wird, nennt man in Warschau beim Namen: erzwungene Massenmigration, gelenkt von technokratischen Eliten fernab demokratischer Legitimation. Polens Präsident Karol Nawrocki bringt auf den Punkt, was viele osteuropäische Staaten denken, aber nicht alle laut aussprechen: „Polen zuerst, die Polen zuerst.“ In einem unmissverständlichen Brief an Kommissionspräsidentin von der Leyen fordert Nawrocki die vollständige Aussetzung der EU-Umsiedlungspläne für sein Land. Der Widerstand ist nicht bloß symbolisch – er ist politisch programmiert.

Dass Warschau sich nicht mehr moralisch erpressen lässt, zeigt die scharfe Ablehnung des Migrationspakts. Die EU will jährlich zehntausende Migranten umverteilen oder finanzielle „Ausgleichszahlungen“ erpressen. Polen lehnt beides ab. Zu Recht: Wer die östliche Außengrenze verteidigt, wer über eine Million Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen hat, braucht keine Belehrungen über Solidarität – und schon gar keine Zwangsmaßnahmen von jenen, die selbst ihre Grenzen für jedermann geöffnet haben.

Mit dem Rückenwind steigender Zustimmung ruft PiS-Chef Jaroslaw Kaczynski zum Marsch der Vernunft – einem landesweiten Protestmarsch gegen Brüssels Planwirtschaft in Sachen Migration und Agrarhandel. Unter den Teilnehmern: Landwirte, Konservative, Bürgerrechtler. Auch das Mercosur-Abkommen wird zur Zielscheibe der Kritik – ein Deal, der polnische Bauern gegen südamerikanische Billigimporte ausspielen soll. Es ist ein polnisches Aufbegehren gegen eine EU, die immer weniger mit Europa zu tun hat.

Kaczynski geht noch weiter: Er wirft Deutschland vor, illegale Migranten aktiv über die Grenze zu schleusen – ein ungeheurer Vorwurf, aber einer, der angesichts der schleppenden Rückführungszahlen und offenen Schleuserrouten keineswegs aus der Luft gegriffen scheint. In Richtung Berlin formuliert er trocken: „Die Deutschen wollen wieder eine Weltmacht sein.“ Eine Spitze mit historischem Nachhall.

In bemerkenswerter Diskrepanz zur politischen Linie zeigt sich Polens katholische Kirche. Während Präsident und Regierung für nationale Selbstbestimmung und den Schutz der Grenze kämpfen, warnt Bischof Zadarko vor einem „Klima des Hasses“. Dass ausgerechnet die Institution, die jahrhundertelang ein Hort des nationalen Widerstands war, nun moralische Relativierungen predigt, dürfte nicht wenige Polen irritieren. Die simple Wahrheit bleibt: Wer sein Land liebt, der schützt es – nicht, indem er es aufgibt, sondern indem er seine Identität verteidigt.

Unterstützung erhält Polen aus Budapest. Viktor Orbán macht deutlich: Wenn die EU glaubt, osteuropäische Staaten dauerhaft zu Befehlsempfängern degradieren zu können, steht sie bald vor einem Aufstand. Nicht gegen Europa – sondern gegen seine feindliche Übernahme durch Eliten ohne Bindung an Volk, Geschichte oder Realität.

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