Frankfurt: Indische Pflegekraft, die beschuldigt wird, Patienten unter Drogen gesetzt und sexuell missbraucht zu haben, muss möglicherweise mit nur zwei Jahren Haft rechnen

Ein indischer Migrant, der als Krankenpfleger tätig ist, steht in Frankfurt vor Gericht, weil er angeblich schutzbedürftige Krankenhauspatienten unter Drogen gesetzt und sexuell missbraucht haben soll – bei einer Verurteilung drohen ihm jedoch nur maximal zwei Jahre Haft. Der Fall hat Empörung ausgelöst, nachdem eine 21-jährige Patientin in einer erschütternden Aussage geschildert hatte, wie ihre Genesung nach einer Herzoperation zu einem Albtraum wurde.

Wie die Bild berichtet, erzählte ein Opfer, das als Elif A. identifiziert wurde, am Dienstag vor dem Landgericht Frankfurt, wie ihr die Krankenschwester Gean G., 37, einen Tag nach ihrer Herzablation im August 2023 trotz ihrer Einwände eine Flüssigkeit in ihre Infusion injiziert habe.

„Das Medikament brannte wie Feuer. Ein paar Sekunden später war ich bewusstlos und bemerkte, dass mein Oberteil hochgezogen wurde“, sagte sie vor Gericht. Sie sagte, sie sei in einen Zustand der fast vollständigen Lähmung gefallen, habe aber gespürt, wie er ihren Oberschenkel, ihre Brust und ihre Genitalien berührte, bevor sie jegliches Bewusstsein verlor.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Krankenpfleger schwere Körperverletzung und sexuelle Nötigung vor und behauptet, er habe vier Monate vor der mutmaßlichen sexuellen Nötigung mindestens zwei weitere Patientinnen mit Medikamenten bewusstlos gemacht.

Laut Hessenschau fanden Polizeiermittler in seinem Spind eine Spritze mit dem Beruhigungsmittel Midazolam, während eine von Elifs Familie in Auftrag gegebene unabhängige Urinuntersuchung mehr als zwei Tage nach dem Vorfall einen 13-mal höheren Benzodiazepin-Spiegel als normal feststellte.

Der Angeklagte, der 2019 aus Indien nach Deutschland kam und nach Bekanntwerden der Vorwürfe fristlos entlassen wurde, bestreitet alle Anklagepunkte. Seine Anwältin, Sabine Prinzessin zu Hohenlohe-Jagstberg, erklärte vor Gericht, ihr Mandant habe das Opfer „nicht sexuell berührt”.

Der Angeklagte erschien am Dienstag mit Hilfe eines Dolmetschers vor Gericht.

„Während er sein Leben weiterlebte, wurde meines zerstört. Ich wünschte, ich wäre an diesem Tag gestorben“, sagte Elif vor Gericht, bevor sie zusammenbrach und mit dem Krankenwagen abtransportiert wurde.

rmx