
Die Kultur des Todes, die Europa derzeit erfasst, drückt sich auf vielfältige Weise aus – zielt jedoch zunehmend auf die Schwachen ab, seien es die Ungeborenen oder die Alten.
Es gibt kaum etwas Schrecklicheres als die Vorstellung, dass ein Arzt, der für das Leben und die Gesundheit seiner Patienten ausgebildet wurde und dem das Leben und die Gesundheit seiner Patienten anvertraut ist, kriminelle Aktivitäten ausübt, die zum vorsätzlichen Tod der Menschen führen, die sich in seiner Obhut befinden.
Und genau das wird einem deutschen Arzt vorgeworfen, der heute in Berlin vor Gericht stand: Ermordung von 15 seiner Patienten, die sich in Palliativpflege befanden .
Die New York Post berichtete:
Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage gegen den 40-jährigen Arzt wegen ‚vorsätzlichen Mordes in 15 Fällen und aus anderen niederen Beweggründen‘ vor dem Berliner Landgericht. Die Staatsanwaltschaft fordert neben einer Verurteilung und Feststellung ‚besonders schwerer‘ Schuld auch ein lebenslanges Berufsverbot und anschließende Sicherungsverwahrung.
Bei Mordvorwürfen droht die Höchststrafe lebenslange Haft. Stellt das Gericht dem Angeklagten eine besonders schwere Schuld fest, kommt er nicht wie in Deutschland üblich nach 15 Jahren Haft frei.
Das Alter der Opfer lag zwischen 25 und 94 Jahren und die meisten starben in ihren eigenen vier Wänden.
Gegen den nur als Johannes M. identifizierten Arzt wird zudem wegen Dutzender weiterer mutmaßlicher Todesfälle ermittelt.
In diesem Verfahren wird ihm außerdem vorgeworfen, Beweise für die Morde vertuscht zu haben, „indem er in den Häusern der Opfer Feuer gelegt“ habe.
Er sitzt seit letztem August im Gefängnis.
Der Arzt gehörte zum Sterbebegleitungsteam eines Pflegedienstes in der deutschen Hauptstadt und wurde zunächst für den Tod von nur vier Patienten verantwortlich gemacht. Seit dem letzten Sommer ist diese Zahl jedoch gestiegen, und die Staatsanwaltschaft wirft ihm nun den Tod von 15 Menschen zwischen dem 22. September 2021 und dem 24. Juli letzten Jahres vor.
Der Arzt verabreichte den Patienten angeblich ohne deren Wissen oder Einwilligung ein Narkosemittel und ein Muskelrelaxans. Der Medikamentencocktail soll daraufhin die Atemmuskulatur gelähmt haben. Atemstillstand und Tod seien innerhalb weniger Minuten eingetreten, so die Staatsanwaltschaft.