
«Wer weiss, was sonst noch passiert wäre»: Marvin (23) wollte am vergangenen Samstag am Albanifest in Winterthur eigentlich nur einen friedlichen Abend verbringen. Stattdessen geriet er in eine brutale Schlägerei – und wurde dabei selber verletzt. Gegenüber 20 Minuten schildert er, wie er versuchte, einzugreifen, als zwei Männer im Festzelt um sich schlugen und Frauen belästigten.
Wie die Kantonspolizei Zürich am Sonntag in einer Mitteilung schrieb, kam es gegen 2 Uhr vor einem Festzelt an der Stadthausstrasse zu einer Auseinandersetzung mit mehreren Männern. Drei Männer wurden dabei verletzt und ins Spital gebracht. Zwei davon waren Marvin (23) und sein Kollege Simone (24).
Als die beiden Kollegen das Festzelt betraten, sei ihnen aufgefallen, wie es zunehmend leerer wurde. Dann haben sie die beiden mutmasslichen Angreifer in der Mitte des Zeltes gesehen. «Sie haben sich völlig daneben benommen», meint Marvin. Einer der Männer habe Frauen auf den Arm genommen und sie herumgeschleudert. «Anschliessend ging er vor den Frauen auf die Knie und versuchte, sie vor allen Anwesenden zu entkleiden, also ihnen die Kleider herunterzuziehen.» Es sei «ziemlich heftig» gewesen, schildert Marvin.
Was ihn dabei besonders schockierte: «Niemand ist dazwischen gegangen – alle haben nur zugesehen.» Die mutmasslichen Angreifer hätten das Zelt anschliessend verlassen und draussen auf mehrere Personen eingeschlagen. «Es wurde immer schlimmer. Ich sah mich gezwungen, einzugreifen», sagt der 23-Jährige.
Ein mutmasslicher Angreifer, ein 23-jähriger Afghane, konnte kurze Zeit später durch Patrouillen der Transportpolizei und der Stadtpolizei Winterthur kontrolliert und verhaftet werden. Ein weiterer mutmasslicher Täter, ein 19-jähriger Afghane, konnte nach intensiven Ermittlungen am Sonntagmorgen gegen 10 Uhr durch die Kantonspolizei Zürich festgenommen werden.
Albanifest: Schlägerei nach Belästigung – drei Verletzte – 20 Minuten