
Tim Heldt, ein beliebter deutscher YouTuber, der unter dem Synonym Kuchen TV auftritt, wurde von den Behörden in Oldenburg (Niedersachsen) zu einer Geldstrafe in Höhe von 16.000 Euro verurteilt, weil er während eines Livestreams, den 200.000 Menschen verfolgten, eine Nazi-Phrase verwendet haben soll.
Ihm wurde vorgeworfen, bei einer Weihnachtsveranstaltung in Niedersachsen im Dezember 2024 den Satz „Sieg Heil“ in seine Rede eingebaut zu haben.
Am 4. Juni veröffentlichte Heldt den Strafbefehl, den er von der Staatsanwaltschaft auf Veranlassung der niedersächsischen Polizei erhalten hatte, in einem Posting auf X. Darin heißt es:
„Ihnen wird Folgendes vorgeworfen: Am 22.12.2024 waren Sie bei einer Streaming-Veranstaltung mit dem Titel XXL Christmas Show 2.0 mit über 400 Gästen in Bispingen. Die Veranstaltung wurde auf der Plattform Twitch live gestreamt. Auf die Frage des Interviewers, ob Sie selbst streamen, antworteten Sie in vollem Bewusstsein des Livestreams: „Ich versuche Sieg Heil, die Qualität ist hier irgendwie nicht so gut.
„Sie waren sich bewusst, dass ‘Sieg Heil’ eine Parole der Nationalsozialisten im sogenannten Dritten Reich ist.“
Die Staatsanwaltschaft wirft Heldt daher vor, gegen § 86a des deutschen Strafgesetzbuches verstoßen zu haben, der das Zeigen, Verwenden oder Verbreiten von Symbolen verbotener Organisationen, darunter auch die der NSDAP, verbietet.
Heldt bezeichnete die Anordnung als „unglaublich“ und teilte die umstrittene Szene mit der Öffentlichkeit, indem er hinzufügte: „Der Stream von Monte ist immer noch Online, ich sage das nicht mal ansatzweise. Ich verhasple mich beim Wort “Qualität”. Wie kommt man auf sowas?“
Er kündigte an, sich gegen die Vorwürfe zu wehren. Die Kosten für seinen Anwalt werde er trotzdem nicht erstattet bekommen. Heldt schloss: „Ich hasse dieses dreckige Land immer mehr.“
In einem Folgeposting am 5. Juni analysierte Heldt die Aufnahme seiner angeblichen Verwendung der Nazi-Parole weiter, indem er den Soundbite mit halber Geschwindigkeit abspielte und überprüfte, wie der automatische Untertitelungsdienst von YouTube seine Äußerung transkribierte, nämlich als „mit ich versuche die Qualität“.
Alle Infos zum Strafbefehl pic.twitter.com/UAJrq5MNWz
— KuchenTV (@Kuchngeschmack) June 5, 2025
Heldt schloss: „Wo zum Teufel kann man hören, was man mir vorwirft? Mensch, ich rede ein bisschen undeutlich, weil ich drei Tassen Glühwein getrunken habe.
Unfassbarer Strafbefehl der Polizei Braunschweig.
— KuchenTV (@Kuchngeschmack) June 4, 2025
Weil ich angeblich während dem Monte Livestream eine Nazi Parole rausgehauen habe, soll ich 16.000!!!! Euro bezahlen.
Der Stream von Monte ist immer noch Online, ich sage das nicht mal ansatzweise. Ich verhasple mich beim Wort… pic.twitter.com/dN5N7X2QGO
„Als ob ich einfach mal so zufällig denken würde: Hey, ich glaube, ich fange mal an, eine Nazi-Parole zu verkünden. Ja Mann, das wäre echt toll.“
Brussels Signal hat die niedersächsische Polizei um eine Stellungnahme gebeten. Nach Angaben ihres Pressesprechers handelt es sich bei der Heldt vorgeworfenen Straftat um eine Ordnungswidrigkeit. „Allerdings wurde dieser Fall von außerhalb [der Exekutive] gemeldet“, so die Sekretärin weiter.
Das endgültige Urteil werde nun in den kommenden Monaten von einem deutschen Gericht gefällt werden.
German YouTuber fined €16,000 for alleged use of Nazi phrase – Brussels Signal