Von der EU finanzierte Ladestation für Elektroautos steht auf rumänischer Wiese: Keine Straße, keine Autos

Medforth AI

Mehr als 100.000 Euro an EU-Geldern wurden für eine Ladestation für Elektrofahrzeuge ausgegeben, die derzeit mitten auf einer Wiese ohne Zufahrtsstraße steht und somit mit dem Auto nicht erreichbar ist.

Die Station ist Teil eines größeren Projekts, das durch Rumäniens Nationalen Wiederaufbau- und Resilienzplan (PNRR) finanziert wird, den EU-Wiederaufbaufonds zur Bewältigung der Pandemie, der auf Maßnahmen für den „grünen“ Wandel abzielt.

Das gesamte Projekt – bestehend aus zwei Ladestationen und einem Radweg – kostete 1,352 Millionen Lei (etwa 265.000 Euro). Der Nachrichtensender Antena 3, ein Partner von CNN, bezeichnete die umstrittene Anlage als eine Investition von „über 100.000 Euro“.

Die Ladestation befindet sich in der Zone „Europa“ der Gemeinde Săcălășeni im Kreis Maramureș im Norden Rumäniens und liegt weit entfernt vom Dorfzentrum auf einem Gelände, das noch immer als kommunales Weideland genutzt wird.

Eine zweite Station wurde gegenüber dem Rathaus installiert, doch die abgelegene Station ist nur zu Fuß oder durch Überqueren eines Grabens zu erreichen.

Die Stadtverwaltung gibt an, dass der Bau der Straße geplant sei und dass Gespräche mit Investoren über die Ansiedlung einiger Unternehmen in diesem Gebiet geführt würden, doch es ist nicht bekannt, wann diese fertiggestellt sein wird.

Bürgermeister Emilian Pop verteidigte das Projekt und erklärte am 22. April gegenüber lokalen Medien: „Wenn man etwas Neues beginnt, ist nicht alles perfekt.“

Er erklärte, der Standort sei ausgewählt worden, weil dort bereits ein Umspannwerk vorhanden sei, das die erforderliche Stromversorgung gewährleisten könne, und die umliegenden 200 Hektar für eine künftige Bebauung vorgesehen seien.

„Wir werden zu gegebener Zeit darüber diskutieren, ob die Investition sinnvoll war oder nicht“, fügte er hinzu.

Der Bürgermeister wies darauf hin, dass es in der gesamten Gemeinde nur etwa 50 Elektrofahrzeuge gebe, von denen fünf der Gemeinde gehören.

Die Geschichte, die zuerst von lokalen Medien aufgegriffen wurde, hat sich in Rumänien schnell in den sozialen Medien verbreitet und Fragen zur Wirksamkeit von EU-finanzierten Projekten für grüne Infrastruktur in ländlichen Gebieten aufgeworfen.

{YouTube CC-BY 4.0}

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