EU-Parlament debattiert lieber über Burkina Faso als über Mord an weißem Studenten; der Fall Henry Nowak zeigt, dass antiweißer Rassismus in Brüssel bagatellisiert wird

Werden Weiße Opfer rassistisch motivierter Gewalt, sorgt dies für kein besonderes Aufsehen beim politisch-medialen Komplex. Ein aktuelles Beispiel ist der Mord am britisch-polnischen Studenten Henry Nowak, der in der südenglischen Stadt Southampton von einem britischen Sikh, erstochen wurde. Nowak wurden sogar, als er bereits schwer verletzt war, von der Polizei Handschellen angelegt und fälschlicherweise rassistischer Beleidigungen beschuldigt, obwohl er den Beamten zu verstehen gab, dass er nicht atmen könne („I can’t breathe“).

Anders verhielt es sich im Jahr 2020 nach dem Tod des schwerkriminellen Afroamerikaners George Floyd. Damals fanden auch in Europa Demonstrationen und im Europaparlament eine Aussprache zu diesem Vorfall statt. Zum Mord an Nowak sprachen sich die Fraktionen ESN, EKR und Patrioten für Europa für eine Aussprache aus, fanden jedoch keine Mehrheit. Tomasz Froelich, menschenrechtspolitischer Sprecher der ESN-Fraktion, kritisierte, dass Henry Nowak, der neben der britischen auch die polnische Staatsbürgerschaft besaß, „für das Europäische Parlament das ‚falsche‘, weil ein weißes Opfer“ sei. Antiweißer Rassismus werde in Brüssel bagatellisiert.

Besonders enttäuschend ist für Froelich, dass auch die EVP-Fraktion, der unter anderem CDU/CSU und die ÖVP angehören, dem ESN-Antrag die Zustimmung verweigerte. „Stattdessen stehen nun – erneut – die politischen Gefangenen in Nicaragua und Weißrussland sowie die Unterdrückung des zivilen Raums in Burkina Faso auf der Tagesordnung. Das sagt alles über die Prioritäten dieses Parlaments: Nowak war Staatsbürger eines EU-Mitgliedstaats, aber man thematisiert lieber Nicaragua und Burkina Faso“, so der AfD-Europaabgeordnete.

Froelich betont, dass es wichtig wäre, eine Debatte zu führen, weil Henry Nowak kein Einzelfall sei: „Der Mord an ihm reiht sich ein in eine Reihe antiweißer Gewaltverbrechen – man denke an die Ermordung von Iryna Zarutska durch einen Afroamerikaner im August letzten Jahres. In den USA werden in Relation zum Bevölkerungsanteil Weiße von Schwarzen bis zu zwölfmal so häufig ermordet wie Schwarze von Weißen.“

ZurZeit

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