Historiker prognostiziert: Brandmauer wird Herbst nicht überleben;Andreas Rödder schließt ein Auseinanderbrechen der Union nicht aus

In einem Welt-Interview erklärte der Historiker Andreas Rödder, dass sich in Ostdeutschland in den kommenden Wahlen eine große Wende vollziehen könnte, die zum Ende der Brandmauer gegen die AfD führen könnten.

Er gilt als einer der Vordenker der Union: der Historiker Prof. Andreas Rödder, der auch Mitglied in der CDU ist. Die jüngsten Entwicklungen betrachtet er mit Sorgen. Er erwartet “eruptive Veränderungen” im Parteiensystem. Der Hauptgrund sei seiner Meinung nach, dass die über viele Jahre errichtete und erhöhte Brandmauer gegen die AfD kurz vor dem Zusammenbruch stehe.

“Die Brandmauer wird den Herbst nicht überleben”

Mit Blick auf die bevorstehenden Wahlen erklärte Rödder in einem Interview mit der “Welt“: 

“Die Brandmauer wird den Herbst nicht überleben. Aber wir werden keinen kontrollierten Abbruch, keine kontrollierte Sprengung, sondern offenkundig eine unkontrollierte Sprengung erleben.”

Seiner Meinung nach könnte die CDU an den Wahlergebnissen zerbrechen, weil es Teile in der Union gebe, welche die Brandmauer aufrechterhalten wollen, und Teile, die die Brandmauer abbauen wollen. Jedenfalls sei das Zerbrechen der Union für Rödder ein “durchaus realistisches Szenario”.

Die CDU hat kein Konzept, um mit der Lage in den östlichen Bundesländern umzugehen

Rödder schließt nicht aus, “dass die Brandmauer nach den Wahlen unkontrolliert zusammenkracht und dass sie dann auch Parteien geradezu unter sich begräbt.”

Die Union habe sich durch die doppelte Brandmauer gegen Linkspartei und AfD selbst in eine schwierige Lage gebracht.

Das politische System stehe jedenfalls vor größten Herausforderungen des politischen Systems seit 1989.

FREIE WELT

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