
Im Jahr 2025 wurden in Großbritannien etwa 82.100 Asylanträge gestellt, wobei in 42 Prozent der Fälle eine positive Entscheidung getroffen wurde. Allerdings war in 80 Prozent der rund 34.500 Fälle, in denen Asyl zuerkannt wurde, die Entscheidung „wahrscheinlich falsch“. Zu diesem Ergebnis kam eine interne Qualitätsprüfung, die stichprobenartig 47 Entscheidungen überprüfte, die von Mitarbeitern des Innenministeriums getroffen worden waren. Davon waren 37 Entscheidungen „wahrscheinlich falsch“, so das Ergebnis.
Der unabhängige Leiter der Grenzkontrollbehörde (ICIBI), John Tuckett, erklärte: „Auch wenn es sich hierbei nur um eine begrenzte Untersuchung handelte, sollten sich diese Ergebnisse jedoch systemweit bestätigen, deuten sie darauf hin, dass die Qualität der Asylentscheidungen zu wünschen übriglässt.“
Hauptgrund für die Misere ist Personalmangel. Denn Tucketts 44-seitiger Bericht deckte auf, dass 882 Beamte gekündigt hatten, weshalb die Behörden nun Schwierigkeiten haben, Ersatz zu finden. Personalmangel und fehlende Qualifikation führen offenkundig zum unsachgemäßen Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Denn Tuckett fügte hinzu: „Die Inspektoren fanden Hinweise darauf, dass KI-Anwendungen wie Copilot und ChatGPT in Asylentscheidungsschreiben und bei Anhörungen unsachgemäß eingesetzt worden waren.“
Für die oppositionellen Konservativen ist Tucketts Bericht natürlich ein gefundenes Fressen. So sagte Schatteninnenminister Chris Philp: „Die per Boot Ankommenden wissen, dass ihr Antrag mit ziemlicher Sicherheit genehmigt wird, unabhängig von seiner Begründetheit, und selbst wenn er abgelehnt wird, hat die Labour-Partei nicht den Mut, irgendjemanden abzuschieben.“