
Foto: Adam Jones / wikimediacommons.org (CC BY-SA 2.0)
Noch ist das Kopftuchverbot für Schülerinnen unter 14 Jahren nicht in Kraft, doch auf Instagram wird bereits zum Widerstand aufgerufen. Auf der Instagram-Seite “nein.zum.kopftuchverbot” werden dafür Treffen und Webinare angekündigt. Für Anfang Oktober wird dort zudem ein Schulstreik gegen das Kopftuchverbot angekündigt.
Kopftuch-Aktivisten wollen “das Gesetz bekämpfen“
Bei Verstößen sind Sanktionen von bis zu 800 Euro möglich. Wie der Widerstand dagegen konkret aussehen soll, machen die Kopftuch-Gegner selbst zum Thema. Unter einem ihrer Postings fragen sie direkt: “Wie können wir Widerstand weiter aufbauen? Wie können wir das Gesetz bekämpfen?” Besonders der angekündigte Schulstreik sticht dabei hervor: Der Protest soll damit direkt im Schulalltag ausgetragen werden.
Neben Unterstützung für die angekündigten Protestaktionen sorgt das Vorgehen allerdings auch für Kopfschütteln in den Kommentarspalten. Unter einem Posting kommentierte ein User treffend: “Einfach mal die Regeln des Landes akzeptieren”.
Das Verbot greift aus FPÖ-Sicht noch immer zu kurz
Das beschlossene Kopftuchverbot geht jedoch, auch aus Sicht der FPÖ, nicht weit genug. In vielen islamrechtlichen Auffassungen setzt die Pflicht zur Verschleierung ohnehin erst mit dem Eintritt der Pubertät ein. Genau hier besteht die Schwachstelle der beschlossenen Regelung: Das Verbot gilt nur für Schülerinnen unter 14 Jahren – und kann damit gerade dann enden, wenn die islamische Vorschrift zum Tragen eines Kopftuches für junge Mädchen beginnt.
Schnedlitz: Kopftuch „muss völlig aus den Schulen verschwinden!“
FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz fordert seit Jahren ein generelles Kopftuchverbot an Schulen – für Schülerinnen, Lehrerinnen und alle anderen Betreuungspersonen. Bereits im Vorjahr bezeichnete er das damals geplante Verbot für unter 14-Jährige als „allerersten Schritt“ und forderte: “Kopftuchverbot für unter 14-Jährige kann nur erster Teilschritt sein, es muss völlig aus den Schulen verschwinden!” Im Juni 2026 bekräftigte Schnedlitz seine Position und ordnete das Kopftuch klar dem politischen Islam zu:
Das Kopftuch ist kein harmloses Stück Stoff, sondern das zentrale Symbol des politischen Islam, das für die Unterdrückung der Frau und für eine archaische, mit unseren westlichen Werten unvereinbare Gesellschaftsordnung steht.