
Schon wieder ein sozialistischer Skandal in Spanien.
Für den angeschlagenen spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez reißen die Schläge nicht ab: Korruptionsskandale und Strafverfolgungen betreffen seinen Bruder, mehrere wichtige Verbündete aus seinem engsten Kreis… und seine Frau.
Ein Richter hat angeordnet, dass Begoña Gómez, die Ehefrau von Sánchez, wegen Korruption vor Gericht gestellt wird und ihr außerdem die Ausreise aus Spanien untersagt.
Der Telegraph berichtete:
„Richter Juan Carlos Peinado ordnete Frau Gómez an, ihren Reisepass abzugeben und zweimal im Monat vor Gericht zu erscheinen, bis ein Urteil gefällt ist“, heißt es in einer am Samstag veröffentlichten Gerichtsverfügung.
Das Gericht erklärte, es werde Anweisungen an die Grenzübergänge sowie an zivile und militärische Flughäfen erteilen, um sicherzustellen, dass Frau Gómez das Ausreiseverbot einhält.

Bislang wurde noch kein Termin für den politisch brisanten Prozess festgelegt.
„Gómez, 55, wird beschuldigt, ihre Beziehung ausgenutzt zu haben, um ihre berufliche Karriere voranzutreiben, indem sie sich eine Stelle an der renommierten Complutense-Universität in Madrid sicherte, wo sie einen Masterstudiengang in Wirtschaftswissenschaften leitete. Ihr wird außerdem vorgeworfen, öffentliche Gelder zur Förderung privater Interessen verwendet zu haben.“
Im April, nach zweijährigen strafrechtlichen Ermittlungen, erhob Richter Peinado formell Anklage gegen sie wegen Veruntreuung, Einflussnahme, Korruption im Geschäftsverkehr und Unterschlagung von Geldern.“
Reuters berichtete:
„Dieser Fall ist einer von mehreren Korruptionsermittlungen, die kurz vor oder bereits vor Gericht stehen und Sánchez, einen der wenigen verbliebenen linken Politiker Europas, belasten. Er wurde in keinem der Fälle namentlich genannt und hat erklärt, sie seien Teil einer Kampagne zu seiner Absetzung.“
Die Sozialistische Partei reagierte umgehend auf das Urteil des Richters und veröffentlichte in den sozialen Medien: „(Begoña) ist seit zwei Jahren juristischer und politischer Verfolgung ausgesetzt. Die heutige Entwicklung ist ein weiterer Schritt in diesem Prozess.“
Mehrere enge Verbündete, darunter die Nummer drei der Sozialistischen Partei und Sánchez’ ehemaliger Verkehrsminister, werden in Fällen mutmaßlicher Schmiergeldzahlungen im Zusammenhang mit öffentlichen Bauvorhaben, Öl- und Gasverträgen sowie der Beschaffung von Schutzmasken während der Pandemie untersucht. Sie bestreiten jegliches Fehlverhalten.