Ein Sexualstraftäter aus der Forensik in Münster-Amelsbüren ist nach einem Freigang nicht in die Klinik zurückgekehrt. Das hat jetzt die Polizei Münster dem WDR bestätigt.
Es war schon im vergangenen September, dass der Straftäter aus der forensischen Klinik in Münster nicht zurückkehrte von seinem Freigang. Damals hat das niemand öffentlich gemacht, weder die Klinik-Leitung, noch die Polizei.
Die Polizei in Münster habe sofort nach der Flucht intensive Ermittlungen zum Verbleib des Mannes eingeleitet. “Sehr schnell ergaben sich Erkenntnisse, die zur Annahme führten, dass der Entwichene sich nicht mehr in Münster aufhält”, sagt Polizei-Sprecher Jan Schabacker. Daher hat die Polizei möglicherweise keinen Handlungsbedarf gesehen.
Der Mann soll sich mittlerweile im Ausland befinden. Er wird mit einem europäischen Haftbefehl gesucht.
Warum der Mann in der Forensik Münster war, ist unklar.
Viel mehr ist dazu aktuell nicht bekannt. Das liegt laut Staatsanwaltschaft auch daran, dass der Täter gemindert straffähig sein soll. Die Gründe für seine Haft nennen die Ermittler nicht. Denn Details könnten Rückschlüsse auf die Identität des Täters und mögliche psychische Erkrankungen zulassen.
Die Betreiber der Klinik, die Alexianer GmbH, wollen sich gegenüber dem WDR nicht äußern. Das NRW-Gesundheitsministerium bestätigt zwar den Vorfall, verweist aber auf die Polizei.
Warum die Öffentlichkeit erst jetzt von dem Fall erfährt, der nun beinahe ein halbes Jahr zurückliegt, darauf hat bisher noch niemand eine wirkliche Antwort.
Straftäter aus Psychiatrie Münster geflohen – Westfalen-Lippe – Nachrichten – WDR
