Thüringens CDU-Ministerpräsident Mario Voigt verliert Doktortitel; Thüringer Opposition fordert seinen Rücktritt

Die Technische Universität Chemnitz hat Mario Voigt (CDU) den Doktortitel aberkannt. Die Entscheidung wurde am Mittwoch offiziell mitgeteilt. Voigt kündigte sofort an, juristisch dagegen vorzugehen. Beatrix von Storch fordert seinen Rücktritt: “Jeder Tag länger im Amt schadet dem Amt und verhöhnt die, die ihre Doktor-Titel verdient haben.”

Voigt wurde 2008 an der TU Chemnitz im Fach Politikwissenschaft mit einer Arbeit über die Führungsstile von Helmut Kohl und Gerhard Schröder promoviert. 

Wegen Plagiatsvorwürfen wird der Doktortitel von Mario Voigt aberkannt

Seit September 2024 standen Teile der Dissertation massiv in der Kritik. Plagiatsvorwürfe betrafen über 200 Stellen, an denen Sekundärliteratur nicht oder unzureichend gekennzeichnet worden sein soll.

Die Universität prüfte die Arbeit über mehr als ein Jahr hinweg. Ein externes Gutachten aus dem Frühjahr 2025 bewertete die Dissertation zunächst noch als wissenschaftlich vertretbar. Nach weiterer interner Beratung und Prüfung der einzelnen Passagen entschied die Promotionskommission jedoch für die vollständige Aberkennung des Titels. Als Begründung wird angegeben: systematische Verstöße gegen die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis durch unzureichende Quellenkennzeichnung.

Voigt will vor dem Verwaltungsgericht klagen

Voigt erklärte am Nachmittag vor Journalisten in Erfurt, die Entscheidung sei für ihn nicht nachvollziehbar und widerspreche dem positiven externen Gutachten. Er werde vor dem Verwaltungsgericht klagen, um den Titel zurückzuerhalten. Bis zu einer gerichtlichen Entscheidung bleibt der Doktorgrad aberkannt.

Die thüringische Opposition fordert seinen Rücktritt als Ministerpräsident, die CDU lehnt ab

In der thüringischen Politik löst der Fall unterschiedliche Reaktionen aus. Teile der Opposition fordern einen sofortigen Rücktritt Voigts und sprechen von einem massiven Glaubwürdigkeitsverlust. Aus der CDU und dem Koalitionsumfeld heißt es hingegen, ein Rücktritt komme derzeit nicht infrage – Voigt sei weiterhin handlungsfähig und die politische Arbeit dürfe nicht durch einen wissenschaftlichen Streit lahmgelegt werden.

Beatrix von Storch fordert den Rücktritt von Voigt

Beatrix von Storch fordert den Rücktritt von Mario Voigt vom Amt des thüringischen Ministerpräsidenten. Auf X erklärte sie, dass ein Rücktritt fällig sei: “Jeder Tag länger im Amt schadet dem Amt und verhöhnt die, die ihre Doktor-Titel verdient haben.”

TU Chemitz betonte, dass Entscheidung politisch unabhängig getroffen worden sei

Der Fall erinnert an frühere prominente Aberkennungen von Doktortiteln bei Politikern. Ob Voigt am Ende seinen Titel gerichtlich wird verteidigen können, ist derzeit offen. Sollte die Klage scheitern, dürfte der politische Druck auf ihn deutlich zunehmen – vor allem in einer ohnehin fragilen Minderheitsregierung in Thüringen.

Die TU Chemnitz betonte, die Entscheidung sei rein wissenschaftlich und unabhängig von der aktuellen politischen Rolle Voigts getroffen worden.

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