
Er wolle einen «Märtyrertod» und an der Front «für Allah» sterben: Das schrieb ein gerade mal 18 Jahre alt gewordener Aargauer im Februar in sein Tagebuch. Im März installierte sich der Lehrling eine Messenger-App, um verschlüsselt mit Sympathisanten der Terrororganisation Islamischer Staat kommunizieren zu können.
Im Mai überschlugen sich dann die Ereignisse: Der schweizerisch-türkische Doppelbürger äusserte in einer Audionachricht die Überzeugung, dass es rechtens sei, «Ungläubige» umzubringen. Als «Beweis» liefert er Koranstellen nach, die seine Aussagen untermauern sollten. Wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, lud er sich von einer islamistischen Website anschliessend eine Anleitung zur Herstellung von Sprengstoff herunter und eine Anleitung, wie sich ein Kämpfer taktisch verhalten sollte – und er kaufte ein Messer.
Einem Arbeitskollegen schickte er ein IS-Lied mit dem Titel «Ich sterbe, um mit den Unsterblichen zu leben». Eine Person, die im Gerichtsbeschluss anonymisiert wird, fragte er, ob es in Ordnung sei, in eine Menschenmenge zu fahren, um Leute zu töten – auch wenn sich unter den Opfern Muslime befänden. Sonst wäre es auch eine Option, «wahllos Leute in der Stadt abzustechen».
Gemäss dem Gerichtsbeschluss informierte eine Quelle das Bundesamt für Polizei (Fedpol) Mitte Mai über die Anschlagspläne des 18-Jährigen. Am 4. Juni erklärte der Aargauer in einer Audiobotschaft, er unterstütze den IS. Zwei Tage später griffen die Behörden zu und seither ermittelt die Bundesanwaltschaft. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Aargau: 18-Jähriger plante Anschlag und beschaffte sich Messer für «Märtyrertod» – 20 Minuten