
Die Philosophische Hochschule der Jesuiten in München hat den Vortrag des Philosophen und Tagespost-Redakteurs Sebastian Ostritsch zwei Tage vor der Veranstaltung abgesagt. Grund dafür waren massive Beschwerden aus dem Kreis der Studenten. Der einladende Hochschullehrer Patrick Zoll zog daraufhin seine ursprüngliche Zusage zurück, wie die Tagespost berichtet.
Bereits im Vorfeld hatten studentische Gruppen Druck auf die Universitätsleitung ausgeübt. Daraufhin entfernte diese sämtliche Hinweise auf die Veranstaltung – sowohl von den Plakatflächen der Hochschule als auch von der Website. Ostritsch selbst wurde darüber jedoch nicht informiert, heißt es im Bericht weiter.
In den Sozialen Netzwerken verbreiteten Studenten einen Aufruf, in dem sie den eingeladenen Redner als „rechtsextremen Fundamentalisten“ diffamierten. Zudem riefen sie Unterstützer dazu auf, sichtbar Präsenz zu zeigen: „Bitte helft uns, indem ihr zu uns an die Hochschule kommt und Flagge und Gesicht zeigt! Wir schmücken die Hochschule und Aula mit Flaggen und Zitaten Ostritschs und bieten an, über Ostritschs gefährliche politische Agenda zu informieren.“ Der Aufruf enthält jedoch keine konkreten Hinweise darauf, welche „gefährliche politische Agenda“ gemeint ist.
Am Dienstag luden die Hochschulleitung und die Studentenvertretung zu einem Gespräch ein, das dabei helfen sollte, „bestehende Bedenken in einem sachlichen Rahmen zu besprechen“. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Vortragsthema fand jedoch nicht statt, berichtet die Tagespost.
Der Vortrag, der ursprünglich am Donnerstagabend stattfinden sollte, trug den Titel „Ist Gottes Existenz eine Sache der Vernunfterkenntnis?”. Der promovierte und habilitierte Philosoph Ostritsch wollte darin die Gottesbeweise des Thomas von Aquin unter Berücksichtigung der Kritik Immanuel Kants analysieren. Passend dazu erscheint Ende November sein neues Buch „Serpentinen. Die Gottesbeweise des Thomas von Aquin nach dem Zeitalter der Aufklärung“.
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