
Eine deutsche evangelische Pastorin hat viele überrascht, nachdem sie Berichten zufolge eine Trauung für vier Männer durchgeführt hat.
Wie die Berliner Zeitung am 7. November erstmals berichtete, postete die 33-jährige Berliner Pastorin Lena Müller auf Instagram, dass sie vor kurzem ihre erste “Poly-Hochzeit” gefeiert habe.

“Vier junge Männer sagten ‘Ja’ zueinander, feierten mit uns die Liebe und stellten sich unter G*ttes bunten Segen”, schrieb Müller in dem Post. Das Bild zeigte die rosahaarigen Pfarrerin und vier namentlich nicht genannte Männer.
Müller ergänzte, das Quartett habe den Bibelvers “Die Liebe endet nie” für sich selbst ausgewählt.
“Ich habe bereits während unseres Gesprächs vor der Zeremonie gemerkt, dass sie fest daran glauben, als sie von der Wärme, Großzügigkeit und Offenheit in ihrem Polykül sprachen”, fuhr sie fort.
Ein Polykül ist die Bezeichnung für eine paarartige Bindung zwischen mehr als zwei Menschen in polyamoren Beziehungen. Polyamorös beschreibt die Praxis oder den Wunsch nach romantischen Beziehungen mit mehr als einem Partner gleichzeitig, mit der informierten Zustimmung aller Beteiligten.
Die “Poly-Hochzeit” soll im Sommer auf einem “Pop-up-Hochzeitsfest” vor einer evangelischen Kirche in Berlin-Kreuzberg stattgefunden haben – wo man ohne Voranmeldung heiraten konnte.
“Was für eine Ehre, dass sich diese vier so vertrauensvoll in unsere alten [Kirchen-] Gemäuer gewagt und um unseren Segen gebeten haben. Ich bin dankbar für diesen Beruf”, so die Pastorin abschließend.
Die “Polyhochzeit” hat in Deutschland – wo Polygamie illegal ist – für einen Sturm der Empörung gesorgt.
In Art. 1306 BGB heißt es: “Eine Ehe darf nicht geschlossen werden, wenn einer der Ehewilligen bereits mit einer dritten Person verheiratet ist oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt.”
Allerdings hat sich der deutsche Staat in der Vergangenheit nachsichtig gegenüber muslimischen Einwanderern mit zwei oder mehr Frauen gezeigt.
Christian Stäblein, Bischof der Evangelischen Kirche in Berlin, stellte am 7. November klar, dass es sich bei der “Polytrau” nicht um eine offizielle kirchliche Trauung gehandelt habe, da nur Personen getraut worden seien, die zuvor standesamtlich getraut hätten.
Die Evangelische Kirche von Berlin-Brandenburg schrieb auf Instagram, ihre Mitglieder seien “schockiert über den Hass, dem [Müller] ausgesetzt ist”. Die Organisation fügte hinzu, dass sie fest an der Seite des Ministers stehe.
Müller, die ihren Post über die “Polyhochzeit” inzwischen gelöscht hat, bezeichnet sich auf Instagram als “Feministin und Pastorin” und nennt “Inklusion und intersektionalen Feminismus, Queerfreundlichkeit und Antirassismus” als ihre Schwerpunkte.
Im Gespräch mit der NOZ über die “Poly-Hochzeit” sagte Müller: “Man hat sofort gemerkt, dass es eine große Liebe zwischen den beiden gibt.
“Deshalb war sich das Team schnell einig: Was könnte Gott dagegen haben, dass es jetzt vier statt zwei sind?”
German ‘poly wedding’ of four men to each other raises eyebrows – Brussels Signal